Warum will ich ein Tattoo?
Welche Stelle ist die beste für das Tattoo?
Was für ein Motiv soll es denn sein?
Wie funktioniert eigentlich ein Tattoo?
Welches Studio ist das richtige?
Was kostet ein Tattoo?
Was ist mit der Hygiene?
Tut es weh?
Was sind Biotattoos?
Tattoos beim Kosmetiker?
Lassen sich Tattoos entfernen?
Sonne & Solarium
...

Die Gründe sich tätowieren zu lassen sind vielfältig.
Tätowierungen
sind ein sehr sinnlicher Körperschmuck, der intensiv die Gefühle
und das Empfinden seines Trägers ausdrücken und den Körper
sehr vorteilhaft betonen kann. Auch eine gewisse erotische Wirkung
ist
bei Tattoos nicht zu leugnen.
Jedoch muß man sich dessen bewußt sein, daß die
Entscheidung für ein Tattoo eine lebenslange ist. Der Schritt,
sich ein Tattoo stechen zu lassen, sollte wohl überlegt sein.
Ein Tattoo ist kein T-Shirt, das nach Belieben ausgezogen werden
kann. Was bei einem 20jährigen Skateboarder gut aussieht, kann
eine ganz andere Wirkung haben, wenn der Träger eines Tages
70 Jahre alt ist - ein Umstand, dessen man sich bewußt sein
sollte. Tattoomotive, die auf momentanen Mainstreams beruhen, können
daher besonders schnell "out" sein.
Vorsicht vor Band-Logos, aktuellen Juxmotiven u.a. Namen von Partnern
oder gar politische Bekenntnisse sollten besser gar nicht als Tattoomotive
in Erwägung gezogen werden, da beides viel schneller wechseln
kann, als man es sich in der euphorischen Stimmung, in der solch
ein Tattoo-Plan gefaßt wird, vorstellen kann.
Auch der Gruppenzwang innerhalb eines Freundeskreises sollte niemals
der einzige Anlaß sein, sich tätowieren zu lassen. Ebenso
sollte man sich Zeit mit seinem ersten Tattoo lassen. Es mag sehr
cool wirken, mit 16 schon ein erstes Tattoo zu haben, doch es sollte
daran gedacht werden, daß der Körper erst sein Längenwachstum
abgeschlossen haben sollte, denn sonst wird die Tätowierung
durch das Körperwachstum verzerrt.
Auch werden sich die Motivvorstellungen sicherlich noch verändern
und es ist nicht jedermanns Sache, später mit einem wilden
Stilmix tätowiert zu sein.

Denke an die gewöhnungsbedürftige Tatsache: Das Tattoo
wird Dich für den Rest Deines Lebens begleiten. Es kann sein,
daß Teile Deines Umfeldes (Beruf, Familie, etc.) nicht die
wünschenswerte Toleranz gegenüber Tattoos haben. Im Alltag
können nicht verdeckbare Tattoos dann u.U. zu einer Belastung
werden. Auch ist zu bedenken, daß jemand in Berufsleben mit
Kundenkontakt sich an das branchenübliche Erscheinungsbild
zu halten hat, sofern er sich nicht arbeitsrechtlichen Konsequenzen
aussetzen will. Frage den Tätowierer nach seiner Meinung. Er
wird Dich bei der Auswahl der Stelle gerne beraten.
Der Körper ist ausserdem an unterschiedlichen Stellen weniger
oder stark schmerzempfindlich.
Bedenke auch, daß Motiv, Größe der Tätowierung
und Plazierung auf dem Körper harmonisch aufeinander abgestimmt
sein sollten. Ein kleines, dünnes Armband um den muskulösen
Oberarm eines Bodybuilders wirkt sicherlich nicht sonderlich harmonisch.
Ist das Tattoomotiv zu klein gewählt, dann ist der Detailreichtum
eingeschränkt und oftmals ist das Motiv für den Betrachter
kaum erkennbar, es wirkt dann wie ein dunkler, bunter Klecks oder
wie ein "Fliegenschiß".
Oftmals bedauert man schon kurze Zeit später, das Motiv zu
klein gewählt zu haben und dann beginnt entweder ein wildes
Sammeln von weiteren Motiven - mit der optischen Wirkung von "patchwork"
oder ein cover-up (eine Überdeckung) wird nötig. Auch
ein zu großes Tattoo an der falschen Stelle kann unharmonisch
wirken, weil es optisch "erschlägt". Tattoos und
intensive Sonneneinstrahlung sind auch problematisch, siehe auch
Sonne & Solarium.

Jedes Studio hat Tausende von Vorlagen. Der Tätowierer wird
Dir sicher zur Seite stehen bei der Auswahl. Auch die vielen Tattoo-
Zeitschriften auf dem Markt halten ein reichhaltiges Angebot bereit.
Man kann fast alles stechen, jeder Tätowierer macht gerne etwas
Außergewöhnliches und Individuelles. Exakt das gleiche
Tattoomotiv auf hunderten von Körpern ist auch nicht unbedingt
ein Ausdruck von Individualität...!
Viele Tätowierer sind auch gerne bereit, Dir bei dem Entwurf
einer individuellen Vorlage zu helfen.

Zuerst wird die Stelle der Haut rasiert und desinfiziert. Dann
wird entweder mit einem Farbstift das zukünftige Motiv auf
die Haut skizziert. Oder es wird mit einer Schablone - dem sog.
Stencil -
das gewünschte Motiv auf die Haut gepaust.
Dannach wird die zu tätowierende Hautpartie i.d.R. mit Vaseline
bestrichen. Anschließend wird die laufende Tätowiermaschine
mit der Spitze in das Farbtöpfchen eingetaucht und füllt
sich mit Farbe. Jetzt wird mit der laufenden Tätowiermaschine
auf der Außenline des zukünftigen Tattoos aufgesetzt
und die Linien nachgezogen. Dabei sticht/stechen die Nadel(n) einige
zehntel Millimeter tief in die Haut ein und hinterläst die
Farbpartikel der Tätowierfarbe in der Haut.
Genauso werden anschließend die Farben des Tattoos tätowiert.
Abschließend wird Dein neues Tattoo gereinigt, desinfiziert
und i.d.R mit einer Heilsalbe (z.B. Bepanten o.ä.) eingestrichen
und mit einem Folienverband verbunden. Nach ca. 1 Tag wird der Verband
entfernt und das Tattoo in den ersten Tagen entsprechend pfleglich
nach den Anweisungen Deines Tätowierers behandelt.
Durch die Folienverbände mit Heilsalbe bildet sich heute nur
noch eine sehr geringe Kruste - ähnlich einer ganz leichten
Schürfverletzung. Dieser Schorf muß abheilen (was ca.
1 Woche dauert) und abfallen. Es kann dabei manchmal etwas Jucken
- widerstehe bitte dabei der Versuchung, den Schorf anzukratzen,
da dies die Abheilung des Tattoos verhindert und zu einer fleckigen
Farbwirkung des Tattoos führen kann, die dann durch eine partielle
Nachtätowierung "ausgebessert" werden müßte.

Lass dich nicht gleich im erstbesten Studio stechen. Informationen
über Studios gibt es heutzutage genug. Nicht alle Tätowierer
sind gleich gut, Qualitätsunterschiede gibt es immer. Kein
Tätowierer ist böse, wenn Du Dich einfach mal umschaust.
Frag Ihn nach Fotos seiner Arbeiten, dann siehst Du am besten, was
er kann.
Und: Tätowieren ist Vertrauenssache, wenn Du Dich mit dem
Tätowierer verstehst, ist das schon die halbe Miete.

Der Preis sollte niemals eine übergeordnete Rolle spielen. Es gibt
teure, mittelmäßige Tätowierer - und es gibt Spitzentätowierer,
die recht zivile Preise haben.

Auch wenn die Gefahr gering ist, sich irgendwelche Entzündungen
zu holen, ist Hygiene das Allerwichtigste beim Tätowieren.
Also darf der Tätowierer bei jedem Kunden nur mit frischen
Nadeln
und frisch sterilisiertem Griffstück der Tätowiermaschine
arbeiten. Die Farbe darf nur aus kleinen Töpfchen entnommen
werden, die nach der Beendigung des Tätowiervorganges weggeworfen
werden. Niemals darf diese Farbe wieder in die Flasche zurückgeschüttet
werden.
Und das Tragen von Handschuhen sowie das Desinfizieren der betreffenden
Hautpartie vor dem Tätowieren muß selbstverständlich
sein. Ein seriöser Tätowierer hat Verständnis dafür,
wenn Du dich vorher nach den Hygienemaßnahmen erkundigen möchtest.

Ja, es tut teilweise weh!
Erstens ist jeder Mensch verschieden in seinem Schmerzempfinden,
zweitens ist die Stelle ausschlaggebend für den Schmerz.
Empfindliche Stellen sind die Kniekehlen, Füsse, Hals, Innenarme,
um die Brustwarzen, über dem Brustbein, erstaunlicherweise
sogar kleine Stellen auf dem Po und generell überall da, wo
die Haut dünner ist
und dicht auf dem Knochen aufliegt.
Das Stechen der Umrißlinien wird stärker empfunden als
das nachfolgende Schattieren und das Einbringen der Farben. Gleichzeitig
wird während des Tätowiervorganges i.d.R. die zu tätowierende
Hautfläche nach einigen Minuten unempfindlicher. Der Körper
stellt sich auf den Tätowierprozeß ein. Dieser Effekt
lässt nach 3-4 Stunden nach. Nach der Tätowierung stellt
sich dann ein gewisses Wärmegefühl wie nach einem leichten
Sonnenbrand ein, das nach wenigen Stunden wieder verschwunden ist.
Erst bei mehrstündigen Tätowiervorgängen tritt der
Effekt auf, das man vor lauter Stillhalten "steif" wird.
Die mentale Einstellung zu einer Tätowierung ist ebenfalls
von
großer Bedeutung auf das subjektive Schmerzempfinden. Wenn
Du eine Tätowierung wirklich willst, wirst Du die Schmerzen
sehr viel leichter ertragen. Lass Dich nicht von der Tatsache abhalten,
das es wehtun wird, der Schmerz vergeht und ist innerhalb kürzester
Zeit vergessen. Das Tattoo und die Freude daran bleibt Dir für
immer erhalten.
TIPP - Vor dem Tätowieren: Schlafe Dich aus, nimm keinen Alkohol,
bzw. andere Drogen. Medikamente können auch problematisch sein
- laß Dich im Zweifelsfall von Deinem Arzt beraten. Schmerzmittel
(z.B. Aspirin) verdünnen das Blut, was zu starken Blutungen
beim Tätowieren führen kann.

Wenn Du glaubst, es gäbe Tätowierungen, die nach 1-3 Jahren
wieder weggehen, dann wirst Du jetzt leider enttäuscht. Es
ist schon von der Biologie und dem Aufbau der Hautschichten her
praktisch unmöglich - auch wenn dieses Märchen der Biotattoos
mit schöner Regelmäßigkeit verbreitet wird, der
Unwahrheitsgehalt bleibt immer der gleiche. Es geht wirklich nicht.
Um ein guter Tätowierer zu werden braucht man handwerkliches
und künstlerisches Talent, eine gründliche Ausbildung
und viel Berufserfahrung. Ein Wochenendkurs für Kosmetiker
in Sachen *Biotattoos* wird dies niemals ersetzen können -
auch die handwerkliche und künstlerische Qualität wird
mehr als dürftig sein.
Kein Tätowierer, der was auf sich hält, wird Biotattoos
anbieten.
TIPP: Wenn Du ein Biotattoo angeboten bekommst, frage nach einer
schriftlichen Garantie, das dieses Tattoo nach der entsprechenden
Zeit wieder verschwindet. Du wirst diese Garantie sicherlich nirgendwo
bekommen. Warum wohl ???

Kosmetiker sollten bei ihren Job bleiben. Wer sog. *Biotattoos*
anbietet und die Menschen wissentlich anlügt, sollte sich überlegen,
ob er das recht hat, überhaupt noch zu arbeiten.
Warum wohl brauchen Tätowierer mehrere Jahre zur Perfektionierung
Ihrer Kunst, wenn sich manche Kosmetiker einbilden, das Tätowieren
in einem 3 wöchigen Kurs lernen zu können?

Die besten Ergebnisse werden mit der Rubinlasermethode erzielt.
Weitere Infos unter www.meditec.zeiss.de

Man sollte die Hautpartie, die tätowiert werden soll, mindestens
drei Monate nicht der Sonne oder einem Solarium aussetzen. UV-Strahlen
erweitern die Hautporen und man blutet beim Tätowieren deutlich
mehr. Das führt dazu dass die Farbe, die der Tätowierer
mit in die Haut sticht, ständig herausgespült wird und
immer wieder nachgestochen werden muss. Das kann sehr schmerzhaft
sein.
Wer seine Tattoos jahrelang intensiver Sonneneinstrahlung und Solarien
aussetzt, wird hautbedingte Veränderungen des Tattoos feststellen.
Feine Details werden vergehen, feine Schattierungen werden leiden
etc. Daher werden traditionelle Tätowierungen in sehr heißen
Breitengraden vernünftigerweise als intensive, monochrome Tribals
ausgeführt. Wer also sehr farbige und detailreiche Tattoos
tragen möchte, sollte sie vor übermäßiger Sonnenexposition
schützen.
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